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Simmeringer Gemeindebau nach Karl Lory benannt

©WSW/C.Dusek

Erste partizipative Hofbenennung durch BewohnerInnen im 11. Bezirk

Seit 13. September trägt der Wiener Gemeindebau in der Lorystraße 54-60 im 11. Gemeindebezirk den Namen des Wundarztes und Wohltäters Karl Lory. Die offizielle Namensgebung fand durch Vizebürgermeisterin und Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál und Bezirksvorsteher Thomas Steinhart statt.

MieterInnenbeteiligung bei Sanierung und Hofbenennung

Die von der Architektin Rotraud Hommer geplante und zwischen 1964 und 1966 errichtete Wohnhausanlage umfasst insgesamt 95 Wohnungen: Erst kürzlich wurde die Anlage einer Sanierung unterzogen.

Eine wichtige Rolle spielte dabei die Stadterneuerungsinitiative Smarter Together, die zum Ziel hat, gemeinsam mit den Menschen vor Ort ein innovatives, lebenswertes und umweltfreundliches Simmering und Wien der Zukunft zu gestalten. Die Initiative mit 40 Einzelprojekten ist auch eines der ausgewählten IBA-Quartiere der Internationalen Bauausstellung Wien 2022.

Das Nachbarschaftsservice wohnpartner firmierte im Sanierungsprozess als Kommunikationsschnittstelle und band die MieterInnen in alle Schritte der Neugestaltung ein. Ziel war es, Transparenz und Klarheit zu schaffen, die unterschiedlichen Anliegen und Bedürfnisse der MieterInnen zu sammeln und zu vereinen sowie den Kommunikationsfluss zwischen allen Beteiligten kontinuierlich am Laufen zu halten.

Die BewohnerInnen zeigten großes Interesse – drei Viertel von ihnen nahmen an Befragungen, Gesprächen und Versammlungen teil. Mitzugestalten gab es viel: von der Hofgestaltung über die Bemalung der Stiegenhäuser bis hin zur Farbgebung der Fassade.

wohnpartner wickelte zudem die Suche nach dem neuen Namen der Wohnhausanlage ab. Auch hier war die Beteiligung groß - zwei Drittel der MieterInnen gaben ihre Wünsche kund. 

„Das Schaffen und Wirken von Karl Lory bleibt durch die Benennung dieses Gemeindebaus in bleibender Erinnerung. Durch diese Art der Erinnerungskultur sollen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens gewürdigt und Vorbilder für jetzige und zukünftige Generationen geschaffen werden. Umso schöner ist es, dass sich so viele Bewohnerinnen und Bewohner an der Namensfindung beteiligt haben“, erklärt Vizebürgermeisterin und Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaál.

Karl Lory: Großes soziales Engagement für Bedürftige

Karl Lory wurde am 22. März 1794 in Lucka im heutigen Thüringen in Deutschland geboren. Er studierte an der Universität Wien und legte 1822 das Rigorosum im Fach Chirurgie ab. Später praktizierte er als Wundarzt in Simmering, wo er ein Haus in der Simmeringer Hauptstraße 123 besaß.

Auf ausgedehnten Spaziergängen soll Lory Kräuter für Arzneizwecke gesammelt und damit die Armen Simmerings behandelt haben – belegt ist jedenfalls seine Unterstützung der Bedürftigen.

Vor allem aber erreichte er für seine Verdienste um das Impfwesen hohes Ansehen, insbesondere um die Schutzimpfung gegen Pocken. Karl Lory starb am 20. August 1867 in Simmering.

 

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